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Spotbericht Sri Lanka

July 25, 2010 by pielenz sports   Comments (0)

windsurf

Morgensession am anderen Ende der Welt

Es ist sechs Uhr, ich liege neben meiner Freundin unter dem Moskitonetz, unser Bungalow steht auf einer kleinen Erhöhung und ist zum Strand/Meer hin geöffnet. Der Wind bläst angenehm in unser kleines Bungalow, gute Bedingungen zum Schlafen, aber auch kaum auszuhalten für einen Surfer, der direkt auf das Meer schaut, Weißwasser am Horizont sieht und ideale Windverhältnisse verspürt.

Fünf Minuten später stehe ich bereits vor meinem Segel, schnell das Board fixiert und los geht’s. Und schon stehe ich vor dem indischen Ozean. Ein ordentlicher Shorebreak treibt mir die letzte Müdigkeit aus den Augen. Mein erster Versuch gelingt und schon geht’s los, ich spüre angenehme fünf Beaufort sideshore von links in meinem Segel, ein paar kleine Chop Hops und ca. 400 Meter draußen meine erste Jibe rein in eine der schönen Wellen, die über einer sanften Sandbank brechen. Die Wellen brechen nicht steil, nur leicht am Peak, aber schieben Dich kräftig an. Ich bin ganz alleine hier draußen.

Nach zwei Stunden überkommt mich das Gefühl, dass ich etwas frühstücken und nach meiner Freundin schauen könnte. Ein letzter Downwinder zurück zu meinem Ausgangspunkt, ich habe kein Problem beim Anlanden auf dem Strand, man muss sich nur weit genug von einer Welle ans Ufer tragen lassen.

Die grüne Lagune –  ein Traum für Freestyler

Meine Freundin ist inzwischen erwacht, der starke Kaffee treibt ihr die letzte Müdigkeit aus den Augen, nun will auch sie los. Wir bepacken unseren Toyota 4 wheel drive und starten über den Strand zur ca. einen Kilometer entfernten Lagune. Die Lagune ist nur durch einen schmalen Sandstreifen vom Meer getrennt, hier gibt es Flachwasser vom Feinsten, welches das Herz eines jeden Freestylers höher schlagen lässt. Der Boden ist schlammig, bei Stürzen im hüft- oder knietiefen Wasser landet man wie in einem Federbett. Meine Freundin verbessert im stehtiefen Wasser ihre Wasserstarts und Gleittechnik, ich trainiere an meinen Spocks, Flakas und Co. An keinem Revier der Welt habe ich mir so leicht getan wie hier, meine Trefferquote ist nahezu hundert Prozent. Alles bei angenehmen fünf bis sechs Beaufort sideshore von links oder rechts (je nach Startplatz).

Nach zwei Stunden auf der Lagune brauchen wir eine kleine Pause, ich surfe mit meinem Equipment ein paar hundert Meter im Meer downwind zurück zum Camp. Wem das Meer und vor allem der Shorebreak zu heftig ist, fährt mit dem 4wd Pickup.

Downwinder im indischen Ozean

Fünf Tage sind wir nun hier, jeden Tag bläst es sideshore von links (Meer) bzw. sideshore von rechts (Lagune) mit fünf bis sieben Beaufort, Wind hat es hier also genügend. Die Transferzeit vom Flughafen, der nördlich von Colombo liegt, nach Kalpitiya beträgt zwei bis drei Stunden, je nach Verkehr und Wetterlage. Hier befinden wir uns von Anfang/Mitte Mai bis Ende September in der Trockenzone Sri Lankas, und so herrschen täglich mit nahezu 100% Wahrscheinlichkeit vier bis sieben Beaufort. Flachwasser, choppy water, Welle, ein Küstenstreifen von ca. fünfzig Kilometern haben wir erkundet und sind auf ganz unterschiedliche Bedingungen gestoßen. Strömungen konnten wir nur im Shorebreak feststellen, ansonsten ist hier Höhe laufen ein Fremdwort.

Für heute planen wir einen Downwinder entlang der Westküste Sri Lankas.
Wir starten an unseren Bungalows und wollen über den Donkey Spot bis zum Dream Spot Surfen. Immer an Land dabei unser 4wd.

windsurfcamps.com

Am Donkey Spot treffen wir auf eine Lagune mit Muscheln (Achtung: hier kann man sich die Füße aufschneiden), im Meer auf einen Traumspot der seinesgleichen in der Welt sucht: eine sauber  brechende ein bis drei Meter Welle über einem Sandriff, leicht zu surfen, kein Shorebreak, viel Platz und Wind sideshore von links. Zwischen den Wellen genügend Zeit um Schwung aufzunehmen und sich in die Luft zu katapultieren oder nach dem Abreiten der Welle raumschots Richtung Strand noch einen Spock in das spiegelglatte Wasser zwischen zwei Wellen zu legen, bevor man seine Finne gemütlich auf dem Sand aufsetzen lässt und sein Board aus dem Wasser hebt. Dieser Spot ist nur mit dem Auto zu erreichen.

Und weiter geht es zehn bis zwanzig Kilometer Downwind zum Dream Spot, der vom Land nur mit dem 4wheeldrive zu erreichen ist. Ein schmaler Sandstrand trennt das Meer (Welle – Wind schräg auflandig) von der Lagune (riesig groß, ein Traum für jeden Freestyler – Wind schräg ablandig). Wir stärken uns mit leckerem Hühnchen und mit Gemüse gefüllten Tortillas, bevor wir uns einer letzten Flachwassersession auf der Lagune widmen.  

Nun sind wir gänzlich surfmüde und bepacken unseren 4wd zur Rückkehr zu unserem Ausgangspunkt bei den Bungalows.

Nach einer Stunde Autofahrt über den Strand, durch Wasserläufe und Palmenplantagen, vorbei an bunten Ortschaften erreichen wir unsere Campbasis in Kalpitiya.

Downwinder Sri Lanka - Zurück mit dem 4WD 

Pielenz Sports – Surfkuda

Ab Mai 2011 wollen wir mit dem ersten Surfcenter in Sri Lanka starten, über den Namen für unser Surfcenter musste ich mir dank unseres so süßen, lieben Hundes Kuda nicht lange Gedanken machen: Surfkuda!